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Börsencrash im März 2020: Mein damaliger Umgang mit der Krise

Mein erster Börsencrash im März 2020: damalige Entscheidungen, korrigierte Denkfehler und ein nüchterner Plan für starke Kursverluste.

Kurzantwort: Am 17. März 2020 erlebte ich meinen ersten großen Börsencrash als Anleger. Ich hielt an meiner Buy-and-Hold-Strategie fest und kaufte weiter. Rückblickend war die Ruhe hilfreich – pauschale Aussagen wie „Verluste entstehen erst beim Verkauf“ oder „Kurse erholen sich immer“ sind jedoch zu einfach und werden hier korrigiert.

Die Situation im März 2020

Für viele Anleger – auch für mich – war es der erste Crash, den sie mit einem eigenen Depot erlebten. Die Geschwindigkeit des Kursverfalls, starke Tagesschwankungen und die Unsicherheit über Wirtschaft und Gesundheit waren außergewöhnlich.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte COVID-19 am 11. März 2020 als Pandemie eingeordnet. In den USA lösten die Marktbewegungen am 9., 12., 16. und 18. März jeweils einen marktweiten Level-1-Handelsstopp aus. Nach einem Rückgang des S&P 500 um sieben Prozent pausierte der Handel dabei für 15 Minuten.

Im ursprünglichen Text hielt ich fest, dass der DAX gegenüber seinem Hoch von Mitte Februar bereits ungefähr 30 Prozent verloren hatte. Dieser Wert beschreibt den damaligen Moment und ist keine allgemeine Definition eines Crashs.

Meine damalige Entscheidung

Ich verfolgte weiterhin meine Buy-and-Hold- und Dividendenstrategie. Verkaufen wollte ich nicht; stattdessen hatte ich bereits nachgekauft. Meine größere Sorge war damals, zu wenig freie Liquidität für alle Unternehmen auf meiner Watchlist zu haben.

Diese persönliche Reaktion ist Teil des Tagebuchs. Sie ist aber kein übertragbarer Handlungsplan. Ob Halten, Kaufen oder Verkaufen sinnvoll ist, hängt unter anderem von Anlagehorizont, Liquiditätsreserve, Depotstreuung und der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Unternehmens ab.

„Verlust erst beim Verkauf“ greift zu kurz

Im Original stand sinngemäß, ein Verlust entstehe erst, wenn man ihn realisiert. Steuerlich und buchhalterisch wird zwischen realisierten und nicht realisierten Verlusten unterschieden. Wirtschaftlich ist ein gesunkener Depotwert dennoch ein echter Vermögensrückgang.

Die Formulierung kann zu einem gefährlichen Ankereffekt führen: Anleger halten eine schwache Position nur deshalb, weil sie nicht „im Minus verkaufen“ wollen. Die bessere Frage lautet, ob das Investment ab heute noch zu Strategie, Bewertung und Risiko passt.

Wann Halten plausibel sein kann

Halten kann eine rationale Entscheidung sein, wenn:

  • du das investierte Geld langfristig nicht benötigst,
  • dein Depot breit gestreut ist,
  • sich die Investmentthese nicht grundlegend verschlechtert hat,
  • die Positionsgröße weiterhin zu deinem Risikoplan passt und
  • du starke Schwankungen finanziell und emotional tragen kannst.

Wann eine neue Prüfung nötig ist

Ein Kurssturz kann konkrete Unternehmensprobleme sichtbar machen. Prüfe besonders Bilanz, Liquidität, Fälligkeiten, Geschäftsmodell und mögliche Kapitalerhöhungen. Auch Dividendenkürzungen sind nicht automatisch negativ: Der Erhalt von Liquidität kann in einer Krise vernünftiger sein als eine Ausschüttung. Umgekehrt kann eine gestrichene Dividende ein Symptom ernsthafter Probleme sein.

Ein Verkauf ist nicht zwangsläufig Panik. Er kann sinnvoll sein, wenn die ursprüngliche These widerlegt ist, eine Einzelposition zu groß wurde oder sich dein persönlicher Finanzplan verändert hat.

Was mir psychologisch half

Weniger häufig ins Depot zu schauen und den Nachrichtenkonsum zu begrenzen, half mir damals, nicht auf jede Bewegung zu reagieren. Das funktioniert aber nur zusammen mit einem festen Prüfrhythmus. Wegsehen darf nicht bedeuten, relevante Unternehmensmeldungen zu ignorieren.

Für einen konkreten Entscheidungsablauf findest du im aktualisierten Beitrag Aktienkurse fallen: So bewahrst du Ruhe und handelst mit Plan eine Schritt-für-Schritt-Checkliste.

Meine wichtigsten Lehren

  1. Eine ausreichende Liquiditätsreserve verhindert erzwungene Verkäufe.
  2. Breite Streuung ist vor der Krise wichtiger als hektische Korrekturen während der Krise.
  3. Nachkäufe brauchen Regeln und eine aktualisierte Investmentthese.
  4. Dividenden sind nicht zugesagt und dürfen gekürzt werden.
  5. Ruhig bleiben heißt nicht, Risiken zu leugnen.

Fazit

Meine damalige Grundentscheidung, nicht panisch zu handeln, passte zu meinem langfristigen Ansatz. Einige Begründungen aus dem Original waren jedoch zu pauschal. Märkte können sich erholen, einzelne Unternehmen müssen es nicht. Ein belastbarer Krisenplan verbindet Geduld mit Liquidität, Diversifikation und einer nüchternen Prüfung der Fakten.

Datenstand: Historisches Ereignis vom März 2020; redaktionelle Einordnung vom 4. August 2026. Quellen: WHO-Pressekonferenz vom 11. März 2020; SEC-Dokument zu den marktweiten Handelsstopps im März 2020.
Über den Autor

Dominik

Hinter Cashflow-Tagebuch stehen praktische Erfahrungen mit Aktien, Immobilien, digitalen Produkten und der Entwicklung eigener Finanzwerkzeuge.

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