Mit dem Wertpapier allein ist eine Order noch nicht vollständig. Du entscheidest auch, wie sie ausgeführt werden soll. Die Bezeichnungen können je nach Broker leicht variieren; das Grundprinzip der vier wichtigsten Ordertypen ist jedoch klar.
Market-Order: Ausführung vor Preis
Eine Market-Order ist unlimitiert. Beim Kauf wird sie zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, beim Verkauf ebenfalls. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Ausführung, setzt aber keinen maximalen Kauf- oder minimalen Verkaufspreis.
Bei liquiden Wertpapieren während der Haupthandelszeit kann die Abweichung klein sein. Bei geringer Liquidität, großen Orders oder schnellen Kursbewegungen kann der tatsächliche Kurs deutlich schlechter ausfallen als die letzte sichtbare Notierung.
Limit-Order: Preisgrenze vor Ausführung
Bei einer Kauforder legst du den höchsten akzeptierten Preis fest. Bei einer Verkaufsorder bestimmst du den niedrigsten akzeptierten Preis. Eine Ausführung erfolgt nur, wenn der Markt diese Grenze erreicht oder besser ist.
Das schützt vor unerwünschten Preisen, bedeutet aber auch: Die Order kann teilweise oder überhaupt nicht ausgeführt werden. Ein Limit ist daher keine Zusage, dass du die gewünschten Stücke erhältst oder verkaufst.
Stop-Market: Aktivierung bei einem Auslösekurs
Eine Stop-Market-Order ruht zunächst. Wird der definierte Stop-Kurs erreicht, verwandelt sie sich in eine Market-Order. Anleger nutzen sie häufig, um einen Verkauf bei fallenden Kursen oder einen Kauf bei steigenden Kursen auszulösen.
Der entscheidende Haken: Nach der Aktivierung gilt keine Preisgrenze. Entsteht über Nacht eine Kurslücke, kann der Verkauf deutlich unter dem Stop-Kurs erfolgen. Stop-Market begrenzt deshalb nicht den exakten Verlustbetrag.
Stop-Limit: Auslöser plus Preisgrenze
Auch eine Stop-Limit-Order wird erst am Stop-Kurs aktiv. Danach wird sie jedoch als Limit-Order in den Markt gestellt. Du definierst also einen Auslösekurs und zusätzlich den schlechtesten akzeptierten Preis.
Die vier Typen im Überblick
| Ordertyp | Stärke | Wichtigstes Risiko |
|---|---|---|
| Market | Hohe Ausführungswahrscheinlichkeit | Kein fester Ausführungspreis |
| Limit | Klare Preisgrenze | Keine oder nur teilweise Ausführung |
| Stop-Market | Automatische Aktivierung | Ausführung kann Stop deutlich unterschreiten |
| Stop-Limit | Aktivierung und Preisgrenze | Kann bei Kurssprung unausgeführt bleiben |
Gültigkeit und Ausführungszusätze
Zusätzlich bestimmst du häufig, wie lange eine Order gültig bleibt. „Tagesgültig“ endet typischerweise nach dem Handelstag; andere Varianten können bis zu einem Datum oder bis zur Streichung laufen. Kontrolliere offene Orders regelmäßig, besonders vor Dividendenabschlägen, Kapitalmaßnahmen oder sehr langen Laufzeiten.
Weitere Zusätze regeln die Ausführung:
- Immediate or Cancel (IOC): sofort ausführbarer Anteil wird gehandelt, der Rest gelöscht.
- Fill or Kill (FOK): vollständige sofortige Ausführung oder Löschung der gesamten Order.
Nicht jeder Handelsplatz und Broker unterstützt alle Kombinationen. Maßgeblich sind die Ordermaske, Börsenregeln und Preisverzeichnisse deines Anbieters.
Prüfliste vor dem Absenden
- Stimmen ISIN, Kauf oder Verkauf und Stückzahl?
- Welcher Handelsplatz und welche Handelszeit gelten?
- Welche Geld-Brief-Spanne ist sichtbar?
- Willst du Ausführung oder Preis priorisieren?
- Wie lange soll die Order gelten?
- Welche Gebühren und Fremdkosten fallen an?
Weitere Grundlagen zu Kursbildung und Kosten findest du im Börsen-1×1.
Fazit
Market, Limit, Stop-Market und Stop-Limit lösen unterschiedliche Probleme. Es gibt keinen Ordertyp, der Preis, Ausführung und Verlustgrenze zugleich fest zusagt. Entscheide bewusst, welches Risiko du in der konkreten Situation begrenzen möchtest.