Unabhängig denken. Verständlich rechnen. Langfristig handeln. Eigene Tools & Apps

Immobilien kalkulieren: Kennzahlen, Excel und App

Immobilien vollständig kalkulieren: Anschaffungskosten, Renditen, Finanzierung, Cashflow, Stressszenarien sowie Excel- und App-Einsatz.

Kurzantwort: Für eine Immobilienkalkulation brauchst du mehr als Kaufpreis und Kaltmiete. Erfasse Erwerbsnebenkosten, Finanzierung, nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltung, Leerstand, Steuern und Verkaufsszenarien. Excel oder eine App sind Werkzeuge – belastbar wird das Ergebnis erst durch nachvollziehbare Annahmen.

Eine schön formatierte Renditezahl kann täuschen, wenn Eingaben fehlen. Baue deine Kalkulation deshalb in Ebenen auf: schneller Erstfilter, detaillierter laufender Cashflow und mehrere Stressszenarien.

1. Die vollständigen Anschaffungskosten

Zum Kaufpreis kommen je nach Objekt und Standort Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, mögliche Maklerkosten sowie sofort notwendige Sanierungen. Trenne finanzierte und aus Eigenkapital bezahlte Beträge.

Beispiel: 240.000 Euro Kaufpreis plus 24.000 Euro Erwerbsnebenkosten und 16.000 Euro anfängliche Maßnahmen ergeben 280.000 Euro Gesamtaufwand. Eine Rendite nur auf den Kaufpreis würde den Kapitaleinsatz zu günstig darstellen.

2. Brutto- und Nettomietrendite

Die Bruttomietrendite ist ein schneller Filter:

Formel: Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Bei 12.000 Euro Jahreskaltmiete und 240.000 Euro Kaufpreis sind das 5 Prozent.

Für die Nettobetrachtung ziehst du nicht umlagefähige Kosten, Verwaltung, Instandhaltung und eine realistische Leerstandsannahme ab und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum vollständigen Aufwand. Definiere genau, welche Kosten in deiner Kennzahl enthalten sind.

3. Finanzierung und Annuität

Die monatliche Kreditrate besteht typischerweise aus Zins und Tilgung. Tilgung ist Vermögensumschichtung, belastet aber trotzdem deine Liquidität. Zusätzlich können Bereitstellungszinsen, Gebühren und Anschlussfinanzierungsrisiken entstehen.

Rechne mindestens drei Zinsszenarien: heutige Kondition, moderater Anstieg und deutlicher Stress. Eine Kalkulation, die nur bei einem sehr niedrigen Anschlusszins funktioniert, besitzt wenig Puffer.

4. Laufender Cashflow

Eine einfache Liquiditätsrechnung lautet:

Monatlicher Cashflow vor Steuern: Kaltmiete minus nicht umlagefähige Kosten, Verwaltung, Instandhaltungsrücklage, Leerstandsansatz und Kreditrate.

Nutze keine pauschale Instandhaltung, ohne Alter, Zustand, Fläche und Gemeinschaftseigentum zu prüfen. Bei Eigentumswohnungen gehören Wirtschaftsplan, Hausgeld, Rücklagenstand und Protokolle der Eigentümerversammlung in die Analyse.

5. Eigenkapitalrendite richtig einordnen

Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite erhöhen, verstärkt aber auch Risiken. Dokumentiere, welches Eigenkapital du einbeziehst: Nebenkosten, Anzahlung, Sanierung, Liquiditätsreserve und spätere Nachschüsse.

Eine hohe Rendite auf sehr wenig Eigenkapital ist nicht automatisch besser, wenn schon eine Reparatur oder Mietlücke zusätzliche Mittel erfordert.

6. Szenarien statt einer Prognose

Parameter Basis Stressfrage
Miete aktuell erzielbar Was passiert bei Leerstand oder geringerer Miete?
Instandhaltung planbarer Ansatz Was kostet eine größere Maßnahme?
Zins Finanzierungsangebot Wie wirkt eine teurere Anschlussfinanzierung?
Verkauf vorsichtiger Wert Was bleibt nach Kosten und geringerem Preis?

Excel oder App: Was passt wann?

Excel bietet maximale Anpassbarkeit und macht Formeln sichtbar, verlangt aber Versionspflege und saubere Eingaben. Eine spezialisierte App kann den Ablauf standardisieren, Berechnungen automatisieren und Objekte vergleichen. Prüfe bei jedem Werkzeug Formeln, Datenhaltung, Export, Preis und Grenzen.

Werbung in eigener Sache*

Immo Cashflow ausprobieren

Die von der Primus Vision UG (haftungsbeschränkt) entwickelte iPhone- und iPad-App kalkuliert laut aktuellem App-Store-Eintrag Buy-&-Hold- und Fix-&-Flip-Szenarien. Die Basisnutzung ist kostenlos; optionale In-App-Käufe sind verfügbar. Prüfe Funktionen und Preise vor dem Download im App Store.

Immo Cashflow im App Store ansehen*

* Eigene kommerzielle App. Ein Rechenergebnis ersetzt keine Objektprüfung, Finanzierungsauskunft, Steuer- oder Rechtsberatung.

Prüfliste vor einer Entscheidung

  1. Alle Anschaffungs- und Anfangskosten erfasst?
  2. Miete durch Markt und Unterlagen plausibilisiert?
  3. Nicht umlagefähige Kosten und Rücklagen geprüft?
  4. Finanzierung inklusive Anschlussrisiko gerechnet?
  5. Leerstand, Reparatur und Verkaufspreis gestresst?
  6. Ausreichende Liquiditätsreserve außerhalb des Objekts?
  7. Steuerliche und rechtliche Besonderheiten fachlich geklärt?

Weitere eigene Anwendungen findest du auf der Seite Tools und Apps für Investoren.

Fazit

Ein Immobilienrechner ist nur so gut wie seine Eingaben. Erfasse den vollständigen Kapitaleinsatz, trenne Rendite und Liquidität und prüfe mehrere Stressszenarien. Erst dann hilft Excel oder eine App dabei, Objekte konsistent zu vergleichen.

Datenstand: 4. August 2026. Produktquelle: Apple App Store: Immo Cashflow, Funktionen, Anbieter und In-App-Käufe. Formeln und Beispiele im Beitrag sind vereinfachte redaktionelle Rechenmodelle.
Über den Autor

Dominik

Hinter Cashflow-Tagebuch stehen praktische Erfahrungen mit Aktien, Immobilien, digitalen Produkten und der Entwicklung eigener Finanzwerkzeuge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert