Für Notgroschen, Steuerzahlung oder einen geplanten Immobilienkauf ist Kapitalerhalt oft wichtiger als maximale Rendite. Tages- und Festgeld können dafür geeignet sein, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Tagesgeld: flexibel, aber variabel verzinst
Beim Tagesgeld ist das Guthaben grundsätzlich täglich verfügbar. Der Anbieter kann den variablen Zinssatz ändern. Manche Angebote werben mit einem zeitlich begrenzten Neukundenzins und fallen danach auf einen niedrigeren Standardzins zurück.
Prüfe deshalb:
- Aktions- und Standardzins,
- Dauer der Zinszusage,
- Zinsgutschrift und Berechnungsmethode,
- mögliche Mindest- oder Höchstbeträge,
- Referenzkonto und Auszahlungsdauer,
- Gebühren und Bedingungen.
Festgeld: feste Laufzeit, eingeschränkter Zugriff
Beim Festgeld vereinbarst du Betrag, Laufzeit und Zinskondition. Während der Bindung ist eine vorzeitige Verfügung häufig ausgeschlossen oder nur unter besonderen Bedingungen möglich. Das Geld gehört daher nicht vollständig in Festgeld, wenn du es jederzeit für Notfälle brauchst.
Achte besonders auf automatische Verlängerung, Kündigungsfrist, Auszahlung am Laufzeitende und die Kondition einer möglichen Wiederanlage.
Direkter Vergleich
| Kriterium | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Zugriff | grundsätzlich kurzfristig | bis Laufzeitende gebunden |
| Zins | variabel | für die Laufzeit vereinbart |
| Zinsänderungsrisiko | laufend | bei Wiederanlage |
| Geeignet für | Notgroschen und flexible Ziele | bekannten Termin und entbehrlichen Betrag |
| Hauptrisiko | sinkender Zins | fehlende Liquidität und Opportunitätskosten |
So teilst du einen Zielbetrag auf
Eine Festgeldleiter verteilt den Betrag auf mehrere Laufzeiten. Dadurch wird regelmäßig ein Teil frei. Sie reduziert nicht das Bankrisiko und kann bei vorzeitigem Geldbedarf weiterhin unflexibel sein.
Einlagensicherung in Österreich
Die Oesterreichische Nationalbank erklärt, dass geschützte Guthaben grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank abgesichert sind. Dazu zählen unter anderem Giro-, Spar- und Festgeldkonten. Entscheidend ist die konzessionierte Bank, nicht nur der Markenname.
Bei einer österreichischen Zweigstelle einer in einem anderen EU-Land konzessionierten Bank kann das Sicherungssystem des Heimatstaates zuständig sein. Prüfe im Informationsbogen des Instituts, welches System gilt. Unter besonderen Voraussetzungen können zeitlich begrenzt höhere Beträge geschützt sein; kläre dies vor großen Einzahlungen.
Zinsen nach Inflation und Steuern betrachten
Der Nominalzins zeigt nicht, wie stark deine Kaufkraft wächst. Ziehe Inflation und gegebenenfalls Steuern gedanklich ab. Ein Konto kann nominal Zinsen zahlen und real trotzdem Kaufkraft verlieren.
Sieben Fragen vor dem Abschluss
- Wann brauche ich welchen Betrag sicher?
- Ist ein Teil als Notgroschen jederzeit verfügbar?
- Wie lange gilt der beworbene Zins?
- Welche Bedingungen gelten nach einer Aktion?
- Ist eine vorzeitige Verfügung möglich?
- Welches Einlagensicherungssystem und welche Bank stehen hinter dem Angebot?
- Verlängert sich das Festgeld automatisch?
Die Höhe deiner flexiblen Reserve berechnest du im Beitrag Notgroschen aufbauen. Für das konkrete Ziel hilft der finanzielle Monatsplan.
Fazit
Tagesgeld kauft Flexibilität, Festgeld tauscht Flexibilität gegen eine vereinbarte Laufzeit und Kondition. Teile dein Geld nach Fälligkeit auf, prüfe das rechtliche Institut hinter dem Angebot und vergleiche nicht nur den auffälligen Werbezins.