Warum ich von Wirecard die Finger weglasse

Gestern Nachmittag (05.06.2020) wurden die Geschäftsräume der Wirecard von der Staatsanwaltschaft durchsucht.

Der Grund sind Ermittlungen gegen die Vorstandsmitglieder des Unternehmens, da der Verdacht besteht, „dass die Verantwortlichen der Wirecard durch die Ad-hoc-Mitteilungen vom 12.03.20 und vom 22.04.20 irreführende Signale für den Börsenpreis der Wirecard AG gegeben haben könnten“, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I mit.

Dies hat mich wiedermal in meiner Haltung gegenüber dem Unternehmen bestärkt.

Wieso ich so denke, werde ich dir in den folgenden Zeilen zeigen.

Die aktuelle Lage

Das Geschäftsmodell von Wirecard mag durchaus zukunftsträchtig sein, das möchte ich weder abstreiten, noch detaillierter darauf eingehen.

Doch in das Unternehmen kehrt einfach keine Ruhe ein.

Die Finanzberichte werden nicht rechtzeitig vorgelegt und immer wieder verschoben, so wie es erst kürzlich mit dem Bericht der testierten Zahlen für 2019 geschehen ist.

Der Aktienkurs ist extrem volatil, seit die Aktie den Sprung in den DAX geschafft hat. Zweistellige Prozentsprünge nach oben wie nach unten sind keine Seltenheit, sondern gehören schon fast zum Alltag.

Was ich von einem Unternehmen erwarte

Wenn ich mir von einem Unternehmen Anteile sichere, dann möchte ich ihm vertrauen können.

Wie kann ich einer Firma vertrauen,
die mit ihrem Prüfer (wie bspw. KPMG) nicht vollends kooperiert?
… die regelmäßig Bilanzunregelmäßigkeiten vorgeworfen bekommt?
… die ihre Zahlen nicht rechtzeitig (wie angekündigt) vorlegt?

Ich will keine Zweifel an der Bilanz haben und auch ansonsten das Gefühl haben, dass alles mit rechten Dingen vorgeht. Ich selbst, kann das für mich nicht bejahen.

Mein Fazit

Ich könnte mit dieser Aktie im Depot wohl nicht so ruhig schlafen, wie bspw. mit einem soliden Dividendenaristokraten.

Es steckt einfach viel unnötiges Risiko in dieser Aktie, was nicht sein müsste, wenn die Bilanzen zweifelsfrei astrein wären, man mit den Wirtschaftsprüfern vernünftig kooperiert und das Unternehmen so professionell, wie es sich für einen DAX-Konzern gehört, auftreten würde.

Solange diese Punkte nicht ganz klar bejaht werden können, kommt ein Investment für mich persönlich einfach nicht infrage.

Hast du die Wirecard in deinem Depot? Wenn ja, ist es eine Zockerei oder glaubst du, dass sie eine reine Weste und ein gutes Geschäftsmodell haben?


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8 Kommentare

  1. Ja, Wirecard ist schon eine spannende Aktie. Bisher bin ich mit den Trades immer ganz gut davon gekommen. Fokussiere mich aber auch mehr auf Buy n Hold.

    1. Hey Mirco,

      das freut mich, dass du bisher gute Geschäfte mit der Aktie machen konntest. Es ist natürlich immer die Frage, auf was man sich fokussiert 😉

  2. Ich sehe das so: Irgendwas ist Faul. Wird die Firma Pleite gehen? Ich denke nicht.

    Die Upside ist hier viel größer als das Risiko, ich rechne mit 475€ in 2025 wenn sich alles beruhigt hat. Aber klar eher Spekulativ.

    1. Klar – je höher das Risiko, desto höher ist die mögliche Renditechance.

      Ich kann es auch durchaus verstehen, dass spekulative Anleger oder Swingtrader zugreifen. Zu meiner eigenen Strategie passt das Unternehmen allerdings aufgrund der im Beitrag beschriebenen Punkte nicht.

  3. Ich bin da auch zwiegespalten. Es wird vielleicht zum Teil nur eine Kampagne gegen Wirecard sein. Andererseits ist es eine interessantes Geschäftsfeld. Schwer einzuschätzen. Einzelaktien vertraue ich generell nicht wirklich. Da kann immer etwas passieren, was nicht vorherzusagen war. Ich setze daher mittlerweile voll auf ETFs. Mit denen kann ich dann tatsächlich ruhig schlafen. 😉
    Gruß, Rolf

    1. Hey Rolf,

      ich finde das Geschäftsfeld von Wirecard tatsächlich auch sehr interessant, allerdings überwiegen die Risiken meiner Meinung nach deutlich.

      Da ist jeder selbstverständlich frei, ob er mehr auf Einzelaktien oder auf ETF’s setzt. Ich habe mir vergangenen Monat, wie im Abschlussbericht Mai ’20 beschrieben, auch die ersten ETF-Anteile gesichert.

      Beste Grüße,
      Dominik

      1. Hallo Dominik,
        Klar. Da ist jeder frei. Oben habe ich auch nur über mich geschrieben. Auch wenn man das ein Stückweit verallgemeinern kann, muss jeder selbst verständlich mit sich ausmachen, wie viel Risiko er/sie eingehen möchte.
        Schöner Blog übrigens!
        Gruß, Rolf

      2. Hey Rolf,

        so habe ich das auch verstanden & ich stimme dir da zu.

        Vielen Dank für das nette Feedback 🙂

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