Altria Aktienanalyse: Hat Tabak eine Zukunft?

Tabakunternehmen Altria Group

Der Tabakgigant Altria mag vielen Konsumenten gar kein Begriff sein. Altria gilt als einer der vier grĂ¶ĂŸten Tabakkonzerne der Welt und doch kennt diesen Konzern kaum jemand. 

Die Marken die Altria im Portfolio hat, sind dagegen weltbekannt. Hierzu spÀter mehr.

Dass Altria ein wahres Schwergewicht am Aktienmarkt ist, wird uns diese Analyse im Detail aufzeigen. Oder doch nicht?

Allgemeine Daten zum Unternehmen 

Hier findest du einige Key-Facts zum Unternehmen.

Datum Analyse05.08.2020
HauptsitzRichmond, USA
WKN200417
Marktkapitalisierung83.000 Mio USD
Aktueller Kurs41 USD
Dividende3,42 USD
Dividendenrendite8,34%
BrancheTabak

Kurs Chart

Nachdem der Kurs viele Jahre nur eine Richtung kannte, nÀmlich stetig nach oben, hat sich dieses Bild in den vergangenen Jahren seit 2017 etwas gewandelt.

Die Tabakunternehmen werden am Aktienmarkt mutmaßlich immer unattraktiver und die Kurse sind in einer bestĂ€ndigen AbwĂ€rtsbewegung.

Hierdurch werden allerdings die Dividendenrenditen besser, was wohl auch der Hauptgrund fĂŒr eine Investition von den meisten Anlegern ist.


Quelle: Ariva.de

AktionÀrsstruktur

Hier siehst du die grĂ¶ĂŸten Anteilseigner an Altria.

Wir sehen wie so hĂ€ufig ĂŒberwiegend ETF- und Fonds-Anbieter. Dennoch erscheinen hier die Anteile, wie bspw. von BlackRock eher gering.

Das liegt daran, weil Altria in der Tabakbranche tĂ€tig ist, die bspw. aus nachhaltigen ETF’s (die immer beliebter werden) draußenbleiben muss.

Vanguard Group, Inc. (Subfiler)7,82%
The Vanguard Group, Inc.7,60%
State Street Corp.4,22%
Capital Research & Management Co. (World Investors)3,57%
Vanguard Total Stock Market Index Fund2,90%
Fidelity Management & Research Co. LLC2,77%
BlackRock Institutional Trust Co. NA2,55%
BlackRock Fund Advisors2,38%
Capital Research & Management Co. (Global Investors)2,13%

Unternehmensgeschichte

In seiner Urform wurde die Altria Group bereits im Jahre 1847 gegrĂŒndet. Somit sieht man allein hier schon, dass es ein sehr bestĂ€ndiges Unternehmen ist, dass seit ĂŒber 170 Jahren aktiv am Markt besteht.

Das alleine ist schon beeindruckend. FĂŒhren wir uns aber auch diesen Fakt vor Augen: 

Bis 2007 gehörte der zweitgrĂ¶ĂŸte Lebensmittelkonzern der Welt, Kraft Foods zu Altria. Und zwar nicht mit 51% oder dergleichen, nein. 

Kraft Foods gehörte mit 89% der Altria Group. Kraft Foods kennen wir aus vielen Lebensmittelbereichen und ist auch in nahezu jedem LebensmittelgeschĂ€ft in den Regalen zu finden. 2015 fusionierte Kraft mit dem weltbekannten Ketchuphersteller H.J. Heinz zu Kraft Heinz.

Nun aber zu einem Unternehmensteil, der sich 2008 abgespaltet hat – Philip Morris International mit seinen weltbekannten Zigarettenmarken ist wohl jedem Raucher sowie Nicht-Raucher ein Begriff.

Philip Morris wurde im Jahr 2008 zu einem eigenstĂ€ndigen Unternehmen, das von fortan die internationalen GeschĂ€fte (außerhalb der USA) ĂŒbernommen hat.

Altria hĂ€lt 100% an Philip Morris USA, dem Unternehmen, welches auf dem US-amerikanischen Markt MarktfĂŒhrer ist.

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GeschÀftsmodell

Der HauptgeschĂ€ftszweig der Altria Group ist ganz klar der Vertrieb von Tabakprodukten sowie Ă€hnlichen Produkten. Seien es Zigaretten, Tabak zum Stopfen oder Drehen sowie artverwandte Produkte der Kategorie Zigarettenersatzprodukte. 

Hierzu zÀhlt u.a. auch die Marke IQOS. Hierbei wird der Tabak erhitzt und kann ohne Rauchentwicklung inhaliert werden (Rauchen ohne Rauch).

IQOS

Neben dem Vertrieb von Rauchprodukten, hat die Altria Group innerhalb der USA noch einen weiteren Schwerpunkt. Den Vertrieb von Wein unter der Marke Ste Michelle.

Egal wie man es nimmt, um das bekannteste Produkt der Altria Group kommt man auch bei dieser Analyse nicht herum. Jeder kennt dieses Produkt, bzw. diese Zigarettenmarke. 

NatĂŒrlich reden wir hier von Marlboro. Immer noch sehr bekannt, aber nicht so wie Marlboro ist die Marke L&M.

Marlboro ist zudem mit Abstand die am meisten verkaufte Marke in den USA. Altria hat in den USA einen Marktanteil von 50%, wovon 85% des Umsatz mit der berĂŒhmten roten Zigarettenmarke erzielt wird.

Marlboro, die Marke von Altria
Die beliebte Marke

Übernahmen / Beteiligungen

Allgemein passen Übernahmen sehr gut in das Portfolio des US-amerikanischen Unternehmens. 

Vor allem unter dem strategischen Gesichtspunkt von Übernahmen sowie Beteiligungen lĂ€sst sich nicht bestreiten, dass diese sehr gut in das GeschĂ€ftsfeld der Altria Group passen. 

Das eigene Produkt- und Markenportfolio wird somit stĂ€ndig erweitert. Sei es die Markentiefe und auch die Markenbreite.   

Einige der bekanntesten Übernahmen und Beteiligungen der Altria Group lassen sich wie folgt aufzĂ€hlen:

Philip Morris USA, US Smokeless Tobacco, John Middleton, Ste Michelle, Helix (80%) sowie 9,45% an Anheuser-Busch InBev. 

Zuvor hielt die Altria Group 27% an SAB Miller. Als das Unternehmen von AB-InBev ĂŒbernommen wurde, stieg die Altria Group zum grĂ¶ĂŸten EinzelaktionĂ€r der weltgrĂ¶ĂŸten Brauerei auf.

Weiterhin hat die Altria Group sich 35% der Anteile des E-Zigaretten Unternehmens JUUL fĂŒr die Summe von 12,8 Mrd. US-Dollar gesichert. Diese 35% der Firmenanteile entsprechen einer Unternehmensbewertung von JUUL in Höhe von ca. 36,5 Mrd. US-Dollar.

Auch bei weiteren Rauchwaren ist die Altria Group vertreten. So sicherten sich die Unternehmensentscheider auch große Anteile am kanadischen Cannabishersteller Cronos.

Bewertung

Finanzen

Aktuelle Zahlen

Anteil in USDQ2 2020Q2 2019VerÀnderung
Umsatz6.367 Mio.6.619 Mio.– 3,8 %
Cashflow3.077 Mio.2.313 Mio.+ 33,03%
Gewinn1.943 Mio1.996 Mio.– 2,7%
EPS1,041,07– 2,8%

Umsatz

Der Umsatz von Altria nimmt seit mehreren Jahren kontinuierlich ab, was an den geringeren Absatzmengen liegt.

Trotz neuer Akquisitionen hat es das Unternehmen bisher nicht geschafft, hier entgegensteuern zu können.

Altria Umsatz 2013-2019

Free Cashflow

Der Free Cashflow von Altria schwankt recht stark. Dennoch ist dieser im Durchschnitt auf einem recht hohen Wert.

Altria Free Cashflow 2013-2019

Gewinn

Im vergangenen Jahr hat die Abschreibung des JUUL-Investments voll auf die Bilanz durchgeschlagen und es musste ein Verlust gemeldet werden.

Nichtsdestotrotz sollte man dem nicht zu hohen Wert beimessen, da der Free Cashflow im vergangenen Jahr mit knapp 7,5 Milliarden USD einen hervorragenden Wert erreichte und die Dividende damit zudem gedeckt war.

Altria Gewinn 2013-2019

Ausblick

Die Coronakrise hat natĂŒrlich auch Altria getroffen. HauptsĂ€chlich die Beteiligungen sind unter Mitleidenschaft geraten. So gingen vor allem die Erlöse bei Ste. Michelle und Cronos stark zurĂŒck, was auf die geschlossenen EinzelhandelslĂ€den zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Das HauptgeschĂ€ft der Zigaretten sollte dagegen kaum Auswirkungen durch die Pandemie zu spĂŒren bekommen.

Altria hat mit den Quartalszahlen des Q2 2020 seine Gewinnprognose wieder hergestellt. Erwartet wird nun einen bereinigten verwÀsserten Gewinn je Aktie von 4,21 bis 4,38 USD.

Im vergangenen Jahr betrug der bereinigte verwÀsserte Gewinn je Anteilsschein 4,21 USD.

Zudem gibt es eine neue SchĂ€tzung fĂŒr den RĂŒckgang der Zigarettenindustrie in den USA. GeschĂ€tzt wird dieser RĂŒckgang auf 2% bis 3,5% (die letzte SchĂ€tzung war im Bereich 4% bis 6%).

Im aktuellen GeschÀftsjahr will Altria Investitionen von 200 Mio. bis 250 Mio. USD tÀtigen und knapp 240 Mio. USD Abschreibungen verbuchen.

Dividendenpolitik

Um die Dividendenpolitik der Altria Group genauer zu beleuchten, mĂŒssen wir etwas Entscheidendes beachten – die Aufspaltung von Philip Morris. 

Daher lassen sich zur Dividendenpolitik diverse Aussagen treffen, je nachdem wie man diese sehen möchte. Wir haben uns entschieden in diesem Falle die positive Auffassung zu wĂ€hlen. 

Das bedeutet, dass wir die Aufspaltung von Philip Morris in einer bereinigten Version der Dividendenpolitik betrachten wollen.

Seit nunmehr 51 Jahren hebt Altria die Dividende jÀhrlich an. Somit können wir die Aussage treffen, dass die Altria Group den Status eines Dividendenkönigs innehat.

Nimmt man dann noch hinzu, dass Altria seit dem Jahr 1928 eine Dividende ausschĂŒttet, erfĂŒllt Altria ein weiteres QualitĂ€tskriterium mit einer solch beachtlichen Dividendenhistorie.

Auch diese Entscheidung zur Dividendenpolitik des Managements wollen wir gerne erwÀhnen.

Hier siehst du die Dividendenpolitik der vergangenen Jahre:

DividendenausschĂŒttungen Altria 2013-2020

Nehmen wir die Tatsachen zu Grunde, dass die Altria Group ein Dividendenkönig ist, seit ĂŒber 50 Jahren jĂ€hrlich die Dividende erhöht und das Management auch auf neuen MĂ€rkten ZukĂ€ufe sowie Beteiligungen eingeht, lĂ€sst sich zwar noch keine verbindliche Aussage ĂŒber die Zukunft treffen, aber Impulse mit in die eigene Depotplanung einfließen lassen.

Altria hat ĂŒbrigens die Dividende ab der nĂ€chsten AusschĂŒttung im Oktober 2020 um 2 Dollarcent erhöht. Somit gibt es je Anteilsschein 0,84 USD.

KGV

Im Folgenden ist das KGV zum Jahresendwert der vergangenen Jahre zu sehen.

FĂŒr 2020 habe ich ein von Analysten erwartetes KGV von 10,20 eingefĂŒgt. Im Jahr 2019 ergab sich ein KGV tief im Minusbereich aufgrund des großen Jahresverlustes.

Altria KGV 2013-2020

FĂŒr die bessere Übersicht habe ich in der folgenden Grafik den Wert von 2019 bereinigt, damit die Grafik besser zu beurteilen ist.

Altria KGV bereinigt um 2019

Wir sehen, dass das KGV eher fĂ€llt als zu steigen und mit den letzten Jahren verglichen als recht gĂŒnstig erscheint. Lediglich 2016 war das KGV bereits einmal tiefer.

Cashflow Tagebuch Aktien Score

Altria erreicht in unserem Scoring 59 von 100 Punkten.

Dies ist hauptsĂ€chlich auf die schlechten Gewinnzahlen der jĂŒngsten Vergangenheit zurĂŒckzufĂŒhren.

Altria CFTAS

Risiken

Die Altria Group ist zu großen Teilen in einer Branche aktiv, die immer stĂ€rkeren Restriktionen unterworfen ist. Tabakprodukte werden in vielen LĂ€ndern heutzutage mit anderen Augen gesehen, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war.

Daher gibt es natĂŒrlich auch im Tabak- und Rauchartikelmarkt immer Risiken, die mit in die Kaufentscheidung einfließen sollten.

Darunter zÀhlen u.a. politische EinschrÀnkungen, AbhÀngigkeiten in der Marktaufteilung, risikoreiche Beteiligung und allgemein die AbhÀngigkeit vom GeschÀft mit Zigaretten.

Genau auf diese Punkte werden wir nun einen erweiterten Blick werfen.

Politische EinschrÀnkungen

Wir in den deutschsprachigen LĂ€ndern erleben schon seit vielen Jahren, dass Tabakprodukte immer mehr aus dem Fokus der Öffentlichkeit genommen werden.

Die Politik entscheidet zum Beispiel, dass Werbung fĂŒr Tabakprodukte aus dem Fernsehprogramm genommen wird und auch die Tabaksteuer nahezu jĂ€hrlich angehoben wird.

Was fĂŒr die Generation der Babyboomer noch ganz normal und alltĂ€glich war, ist heutzutage kaum mehr vorstellbar. War frĂŒher das Rauchen von Zigaretten so ĂŒblich wie das Trinken von Kaffee, ist dies nun heute fast kaum noch so anerkannt.

Erinnern wir uns nur zurĂŒck an die Rauchverbote in GaststĂ€tten. Ein Aufruhr ging durch die Gesellschaft. Heutzutage wĂ€re der Shitstorm in allen Social-Media-KanĂ€len garantiert. Wirkliche EinschrĂ€nkungen durch dieses Gesetz haben aber die wenigsten BĂŒrger erfahren. 

Auch das VerĂ€ndern der Verpackungen von Tabakprodukten geschieht durch die politischen Entscheider. Ob dies nun zu weniger Rauchern fĂŒhrt, das wollen wir hier nicht weiter ausfĂŒhren.

Wir mĂŒssen uns bei dieser Risikobetrachtung immer vor Augen fĂŒhren, dass es durch die politischen EinschrĂ€nkungen immer zu Spannungen kommen kann. 

Tabakkonsumenten fĂŒhlen sich immer mehr in der persönlichen Entfaltung beeintrĂ€chtigt und die Politik wird versuchen immer weniger Raucher im eigenen Land zu haben. 

Was das fĂŒr die aktuellen Konsumenten bedeutet und wie sich, vor allem im DACH-Raum, die Lobbyisten und Regierungen einigen, werden wir wohl nur als Außenstehende betrachten können.

AbhÀngigkeit in der Marktaufteilung

Nachdem sich Philip Morris International aus der Altria Group abgespalten hat, wurden auch die AbsatzmĂ€rkte der großen Zigarettenmarken neu verteilt. Auch wenn wir nahezu ĂŒberall auf der Welt Marken wie Marlboro finden können, sind diese nun nicht mehr alle aus dem Hause Altria. 

Philip Morris International bedient mit diesen bekannten Marken den internationalen Markt, wobei die Altria Group genau diese Marken nur auf US-Hoheitsgebiet vertreibt.

Somit hat die Altria Group eine starke AbhĂ€ngigkeit zum US-Absatzmarkt. Nimmt man nun die möglichen politischen EinschrĂ€nkungen der USA und die AbhĂ€ngigkeit von diesem einen Absatzmarkt mit in die Kalkulation auf, kann eine politische Entscheidung genau diesen einen Markt sehr schnell in BedrĂ€ngnis versetzen. 

Hier haben Philip Morris International und die anderen großen Tabakkonzerne mit allen anderen AbsatzmĂ€rkten einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zur Altria Group.

Risikoreiche Beteiligungen

Bereits an anderer Stelle dieser Aktienanalyse sind wir auf die Übernahmen und Beteiligungen der Altria Group eingegangen. 

Auch wenn eine Erweiterung des eigenen Portfolios mit neuen Marken, AbsatzmĂ€rkten und Nischen das Risiko des Konzernportfolios streut, verbergen sich hierin auch weitere Risiken. 

Hierbei sei eine Beteiligung der Altria Group besonders zu erwÀhnen: JUUL

Als Erweiterung des eigenen Portfolios im Bereich der „neuen“ Rauchwaren, könnte JUUL als zukĂŒnftiges Investment in einen rauchfreien Rauchgenuss eine neue KĂ€uferschicht ansprechen. Ob dies nun zum Investment in JUUL gefĂŒhrt hat, können wir natĂŒrlich nicht mit Sicherheit bestĂ€tigen, ausschließen aber auch nicht. 

Per se sind solche strategischen Investments immer mit einem Risiko behaftet. Kommt dann noch ein Skandal hinzu, wirft dies natĂŒrlich direkt ein schlechtes Licht auf alle Beteiligten. So geschehen bei JUUL. 

Die Altria Group musste aus diesem Grund bereits Abschreibungen in Höhe von 8,6 Mrd. US-Dollar vornehmen.

Hierbei sollte es bei der Altria Group leider nicht bleiben. Die Beteiligung beim kanadischen Cannabishersteller Cronos mag zwar einen strategischen Schritt in ein immer legaleres Produkt sein, das aber immer noch einen schlechten Ruf hat. 

Cannabis ist bekanntermaßen im DACH-Raum als BetĂ€ubungsmittel eingestuft. 

Auch wenn es hier Sonderformen und landesweite Unterschiede bei der Gesetzgebung gibt, sind diese Produkte als suchterregend einzustufen.

Kommt dann noch die Beteiligung an der grĂ¶ĂŸten Brauerei der Welt (Anheuser-Busch InBev) hinzu, ist auch das Suchtmittel Alkohol mit von der Partie. 

Daher gilt es auch immer die Gesamtheit der Produkttypen innerhalb eines Konzerns wie der Altria Group aus der Vogelperspektive zu betrachten. 

AbhÀngigkeit vom GeschÀft mit Zigaretten

Nehmen wir all die bisherigen Beteiligungen auf eine Seite und das HauptgeschĂ€ft der Altria Group auf die andere Seite, ist schnell ersichtlich, dass das GeschĂ€ft mit den Zigarettenmarken immer noch der grĂ¶ĂŸte Umsatztreiber ist. 

Um genauer zu sein, das ZigarettengeschÀft macht 80% des Umsatzes aus.

Altria - Marlboro

Wir haben auch schon ĂŒber die EntscheidungstrĂ€ger der Politik und dem einzigen Absatzmarkt den USA gesprochen. Jeder Anleger sollte sich im Klaren sein, dass das GeschĂ€ft mit den Zigaretten fĂŒr die Altria Group immer noch der entscheidende Faktor bei allen Unternehmensentscheidungen ist. 

Sollte dieser Faktor jemals wegfallen, ist es fraglich, ob die Altria Group die heutzutage vorherrschenden Verpflichtungen durch die weiteren AbsatzmÀrkte und Beteiligungen decken kann.

Diese Auflistung von einigen der Risiken die der Altria Group gegenĂŒberstehen, klingt schon sehr negativ. 

Wir wollen hier aber eine transparente Aktienanalyse erstellen, die auf die Chancen und Risiken einer Aktie eingeht. Aus diesem Grund zeigen wir auch genau die Risiken auf, die wir fĂŒr einen Titel sehen. 

Vergleich mit Unternehmen aus demselben Segment

Um dir einen kleinen Überblick ĂŒber das Marktsegment Tabak zu geben, möchten wir dir hier noch ein paar weitere Unternehmen aufzeigen die als Konkurrenten der Altria Group angesehen werden (können).

Philip Morris International (PMI)

Als sich die Altria Group und Philip Morris International aufgespalten haben, gingen die internationalen AbsatzmĂ€rkte der weltbekannten Marken wie Marlboro an Philip Morris International. 

Daher ist der Absatzmarkt fĂŒr PMI nicht nur auf den US-Markt beschrĂ€nkt, was eine andere Risikobetrachtung im Rahmen von politischen Entscheidungen ermöglicht. 

British American Tobacco (BAT)

Auch BAT ist international aufgestellt und hat seine AbsatzmĂ€rkte weltweit. Zwar war BAT auch in den USA vor allem mit Mentholzigaretten vertreten, der Fokus ist aber ein internationaler. 

Daher trifft hier das Gleiche zu, wie bei PMI. Die Risikostreuung z.B. bei politischen Entscheidungen ist weniger abhĂ€ngig von einem einzigen Land. 

Auch wenn viele Tabakprodukte in den Verkaufszahlen westlicher LÀnder eher sinken, so steigen die Zahlen der Raucher in SchwellenlÀndern weiter an.

Neben den bereits genannten Marktbegleitern gibt es natĂŒrlich noch weitere. Einige davon, wie China National Tobacco sind eher regionale GrĂ¶ĂŸen in ihrem eigenen Markt. 

Andere, wie Japan Tobacco und Imperial Brands haben eine Àhnliche internationale Ausrichtung wie dies auch PMI und BAT haben.

Zukunftsprognose

Zielsetzung des Unternehmens

Durch strategische Beteiligungen und ZukĂ€ufe versucht sich die Altria Group immer unabhĂ€ngiger vom KerngeschĂ€ft Zigaretten zu machen. 

Altria setzt hier auf neue GeschÀftsfelder im bekannten Markt. Dies sieht man an den Beteiligungen beim E-Zigarettenhersteller JUUL sowie auch beim kanadischen Cannabishersteller Cronos.

Betrachtet man die neueren Entwicklungen des US-Marktes, sind diese Schritte auch notwendig. Innerhalb der USA wurde z.B. das Mindestalter fĂŒr Zigaretten von 18 Jahren auf 21 Jahre erhöht. 

Somit hat die Altria Group einen erschwerten Zugang zu einer etwas jĂŒngeren Zielgruppe, die sie vor kurzem noch direkt ansprechen konnten.

Im DACH-Raum erleben wir die nahezu jĂ€hrliche Tabakpreissteigerung genauso wie diese auch die Konsumenten innerhalb der USA erleben. Durch die gestiegenen Steuern und den sinkenden Absatz, ist es nicht verwunderlich, dass Altria die eigenen Zigarettenpreise anpassen muss, um den Verlust einzugrenzen bzw. den Gewinn weiter zu steigern. 

Dieser Ausgleich von staatlichen Bepreisungen durch Steuern und einem sinkenden Absatz kann die Altria Group durch die Preiserhöhungen und dem Senken der Produktionskosten ausgleichen.

Einen weiteren Vorteil hat die Altria Group mit ihren Zigarettenmarken. Die Konsumenten sind ziemlich markentreu und es scheint, als machen sie die Preiserhöhung „ihrer“ Marke noch etwas mit. Kunden sind hĂ€ufig treu bis zum eigenen Tod.

Fazit

Wir haben in dieser Aktienanalyse die Chancen und Risiken der Altria Group unter die Lupe genommen. 

Es fĂ€llt bei einem Anbieter von Tabakprodukten etwas schwerer eine eindeutige Meinung zum Kauf zu treffen. 

Das liegt daran, dass dieser Markt mit seinen Risiken immer Schwankungen unterworfen sein wird. Nehmen wir aber die Tatsache an, dass die Altria Group ein interessanter Dividendenzahler ist und auch das eigene Portfolio breiter streuen möchte, empfinden wir die Aktie des Unternehmens fĂŒr den risikofreudigen Anleger kaufenswert.

Solltest du dividendenoptimiert investieren wollen und einen treuen Dividendenzahler im Portfolio suchen, kann die Altria Group etwas fĂŒr dein Depot sein.

Bitte halte dir aber immer vor Augen, dass der Tabakkonsum im Heimatmarkt der Altria Group rĂŒcklĂ€ufig ist. Der Tabakkonsum sinkt von Jahr zu Jahr in den USA und wie sich der Markt dort weiterhin entwickelt, ist kaum vorherzusagen.

Danke fĂŒrs Lesen, teile die Analyse, wenn sie dir geholfen und gefallen hat 🙂 

Kapitalistische GrĂŒĂŸe,
Dominik & Andreas


Quellen & Links:
Shareholder Structure Ab-Inbev: https://www.ab-inbev.com/investors/corporate-governance/shareholder-structure.html
Investor Relations Altria: http://investor.altria.com
GeschÀftsbericht 2019 Altria: http://investor.altria.com/interactive/newlookandfeel/4087349/Altria2019AR.pdf
Q2 2020 Quartalsbericht Altria: http://investor.altria.com/Cache/IRCache/20ba5ef2-3020-9c0a-0da5-134e62cabb86.PDF?O=PDF&T=&Y=&D=&FID=20ba5ef2-3020-9c0a-0da5-134e62cabb86&iid=4087349
Finanzen.net: https://www.finanzen.net/aktien/altria-aktie
Ariva.de: Kurs Chart


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